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Von Deutschen, Patenschaften und Ärzten

29.6.14, 13:00pm – Kapstadt

Rabia hat wieder ein Auto! Gestern wurde endlich ihr kurzfristiger Mietwagen frei, Dienstag soll ihr eigenes Auto schon fertig sein :D Also siehts gut aus, dass ich Montag endlich wieder zur Arbeit kann^^ Ratet mal, seit wann Rabia Auto fährt, da kommt ihr nicht drauf! Automatik hat sie mit 9 Jahren gelernt, manuell mit 11! :O Und nachdem sie schon recht früh recht groß war, fährt sie auch seit dem Alter in der Gegend rum! :O Zweimal wurde sie von Beamten angehalten: Das eine Mal war ihre Mutter aufm Beifahrersitz und hat auf schwerkrank gemacht, sodass Rabia das dann als Notfall verkaufen konnte, das andere Mal ist sie durch Bestechung davon gekommen xD Aber krass, es handelt sich hier ja nicht um ein abgelegenes Dorf, sondern um Kapstadt! :O Die legale Situation ist wie bei uns in Deutschland: 17-18 begleitet, sonst ab 18 Jahren…

Die letzten Tage waren recht unproduktiv, ein bisschen Joggen, Fußballschauen, Backen und viel schlafen^^ Das Wetter ist richtig schön, es hat wieder um die 25° :O Afrikanischer Winter….du kannst dich da temperaturmäßig auf nix einstellen! Aber definitiv besser, als nur verregnet und kalt!

Am Freitagnachmittag hab ich nen Ärztemarathon hingelegt, was so langsam mal nötig war. Seit Januar hatte ich ne extrem empfindliche Stelle am Zahn und mein Fußgelenk ist seit Februar dauer-entzunden/verstaucht. Und ne Gelbfieberimpfung hab ich auch noch gebraucht. Rabia hatte im voraus Termine ausgemacht, aber selbst das geht in Afrika anders: Beim Allgemeinarzt hast du nur nen Termin für den Tag, die Reihenfolge wird dann durch first-come-first-serve festgelegt. Der Arzt kam dann aber über ne halbe Stunde später, also hab ich meinen ersten Platz in der Reihe aufgegeben, bin zum Zahnarzt rüber und danach wieder dahin. Aber insgesamt waren die Wartezeiten recht kurz, wie beim deutschen Arzt halt^^ Die Impfung war total komisch: Das ging so dermaßen schnell! Nadel rein und eig sofort wieder raus, richtig komisch xD Kein Pflaster drauf, kein Muskelkater, noch nicht mal ne Beule oÔ Naja, solang ich das Impfzertifikat hab, isses mir wurscht, aber ohne dürfte ich nicht mehr nach Deutschland einreisen^^

Beim Zahnarzt hat man auch gemerkt, dass es Afrika ist. Der Arzt war supernett und hat auch richtig kompetent gewirkt, aber die Räumlichkeiten waren nicht so vertrauenserweckend. Nicht dreckig, aber es sah einfach mehr wie ne Küche aus xD In Deutschland ist mans ja gewohnt, dass alles weiß und steril ausschaut, und da war das…naja, nicht so xD Die ganzen Geräte sahen älter aus (also nicht gebraucht älter, einfach alte Modelle), also wirklich was machen lassen würde ich da nicht, außer es ist wirklich nötig^^ (Bei mir wars zum Glück nur ne Versiegelung über die empfindliche Stelle, da kann ja nicht so viel schief gehen xD).

 

Danach sind Rabia und ich noch spontan mit ihrem Schwager und nem Freund ins Kino gefahren, die Jungs haben den neuen Transformersfilm angeschaut und wir Maleficent (sehr veränderte Dornröschen-Variante, genial! :D). Davor gabs noch lecker Frozen Yoghurt :3 Des is so ein Selbstbedienungsladen, du kannst dir von zig verschiedenen Sorten Eis nehmen, Soßen, Beilagen etc. und am Ende zahlst du dann einfach R12/100g. Und es ist wirklich lecker :3 Aber in Sachen Popcorn sind die Afrikaner voll komisch! Generell mögen sie eher herzhafte Snacks, Chips, Biltong (gewürztes Trockenfleisch) etc., Schokolade und Gummibärchen findet man hier nur sehr beschränkt. Und diese Vorzüge spiegeln sich eben auch im Popcorn wieder: Süßes Popcorn gibt’s hier gar nicht, stattdessen findest du im Supermarkt Popcorn in Geschmacksrichtungen wie Hühnchen, Rucola, Sauerrahm oder Käse. Im Kino bekommst du ungewürztes Popcorn und kannst es dann selbst würzen. Also an sich schmeckt das ja nicht schlecht. Aber es ist einfach so ungewohnt, wenn man jahrelang nur süßes (+salziges) Popcorn kennt, und dann schmeckt das auf einmal nach Käse :O Richtig komisch!

Heute Vormittag hab ich dann mal nen Abstecher in die deutsche Gemeinde Kapstadts gemacht. Was ich nicht wusste: Es gibt allein in Kapstadt 40.000 Deutsche! (In ganz Afrika so um die 100.000) Größtenteils Rentnerehepaare, die hier mit ihrer deutschen Rente sehr gut leben, aber auch recht viele Familien. Die deutsche Schule hat 800 Schüler, bietet das baden-württembergische Abitur an (die Prüfer kommen extra aus Deutschland dafür) und 4 Pflichsprachen (Deutsch, Englisch, Afrikaans, Französich/Xhosa). Der Patensohn meines Großonkels wohnt seit 25 Jahren in Kapstadt und die haben mich heute in den Gottesdienst ihrer Kirche eingeladen (an der Kirche bin ich schon zig mal vorbeigelaufen, St. Martini in der Longstreet, ich wusste gar nicht, dass das ne deutsche Gemeinde ist!). Er hat mich auch mitm Auto von meiner Gastfamilie abgeholt und wieder hier her gebracht, richtig nett. Auf einmal war ich dann nicht mehr „die Deutsche“ oder „die Bayerin“, sondern endlich mal wieder „die Augsburgerin“ :D Der Patensohn war sogar 2010-2013 in Augsburg und war da als Ingenieur beim Königsplatz- und Hauptbahnhofumbau mit dabei, jetzt bin ich wieder up to date mit den ganzen Umbauten in Augsburg :D Und weiß außerdem noch so ein paar Hintergrundgeschichten^^

Aber auch richtig komisch, auf einmal deutsche Lieder zu singen, so viele Deutsche zu treffen und so selbstverständlich deutsch zu reden! Aber was schön war: Unter den Musikinstrumenten waren auch traditionell afrikanische Trommeln und Rasseln und die Sängerin war ne Farbige – daran hat man gemerkt, dass man in Afrika ist^^ Und der Gottesdienst war richtig schön gemacht! Der Pastor war im Urlaub, also haben die jungen Gemeindemitglieder übernommen und – natürlich^^ – die Fußball-WM zum Thema gemacht^^

Ich hab mehrere „Verbündete“ getroffen: Zwei Düsseldorfer, die grade ihre Visumsverlängerung bekommen habe (und die haben das nach mir beantragt *grr* Aber in Paarl, vllt liegts daran&hellip und der Jugendpastor, der immer noch auf Annahme seines permanent-residence-Antrags wartet. Sein Visum läuft Ende Juli aus, also so viel Zeit ist da auch nicht mehr^^ Laut Kapstadt isses weggeschickt, Pretoria hat aber angeblich nix bekommen – hoffentlich hat des die Post net verschlampt!

Apropo verschlampt: Das Dach der Kirche war uralt und undicht, deswegen wurde das gerade erneuert, die Ziegel wurden extra aus Spanien importiert. Und was passiert? Das neue Dach ist undicht, es regnet rein und macht i-was an den Stromleitungen kaputt – DAS ist afrikanische Arbeit!...hätten sie das mal lieber Deutsche machen sollen^^

Ein Jobangebot hab ich auch noch bekommen: Die Gemeinde ist so gewachsen, dass die Kirche nen zweiten Jugendarbeiter sucht, Anforderungen: jung, weiblich, Erfahrung mit Kindern, deutsch- und englischsprachig. Bezahlung sogar recht gut, Hilfe bei Wohnung und Visum. Sollts also aus i-einem Grund nicht mitm Studium klappen, ich überlegs mir mal^^

Auf jeden Fall war der Vormittag richtig, richtig schön und ich glaube, nächsten Sonntag geh ich wieder da hin!

29.6.14 13:11
 
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