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Das Ende vom Anfang oder Der Anfang vom Ende

12.7.14, 18:45pm – Kapstadt, Hostel

Bevor ich mich für die Reise verabschiede, schulde ich euch noch einen Blog

Also, erstmal die Woche in Woodside

Montagmorgen wurde gemalt, aber das ist aufgrund begrenzter motorischer Fähigkeiten bzw. Aufmerksamkeit nicht ganz so erfolgreich ausgefallen – viele bunte Striche auf Papieren haben wir dennoch bekommen^^ Am Nachmittag wars dann richtig cool, wir sind mit ein paar Rollstuhl-Kindern raus und haben bei richtig schönem Frühlingswetter (im tiefsten Winter xD) Rollstuhlrennen veranstaltet, Simon says gespielt etc. Ich bin dann mit dem kleinen David (5 Jahre alt, einer der am wenigsten schwer behinderten hier; jüngster Bewohner) noch aufs Trampolin und es ist so süß, wie er Alles und Jeden nachahmt :D Am Anfang stand er total unsicher da, nach ein paar Minuten ist er wie ich auf und ab gefedert (zum Springen reicht seine Balance/Körperstabilität leider nicht aus). Kayla, eine ebenfalls fünfjährige weniger Schwerbehinderte, war dann richtig süß: Sie will sich auf nen Spielzeugtruck setzen, der ist aber nass. Zuwakhe schiebt den Truck aber weg. Kayla schaut um sich rum und setzt sich dann trotzdem hin und landet voll im Dreck xD Das hatte dann leider nen Wutanfall zur Folge, aber mit dieser extremen Zeitverzögerung sah das einfach zu lustig aus! Wenig später hat sie sich dann nen leeren Rollstuhl geschnappt und kam auf uns zugerannt, sie hat mich fast angefahren!

In der Mittagspause haben mich die Amis mal wieder gut unterhalten: Eine hatte Tee dabei, einen normalen „deutschen“ Beutel mit Faden und Papp-Anhänger. Die andere „Ah, das ist also dazu da, um den Beutel wieder rauszuholen? Und der Beutel ist dazu da, damit der Tee nicht lose in der Tasse ist?“ Sie war voll fasziniert davon xD Wobei diese Papp-Anhänger generell recht deutsch zu sein scheinen, hier in Afrika gibt’s einfach nur Teebeutel^^ (eckig=Rooibus, rund=schwarzer Tee). Danach hat Rabia mal wieder ein Auto kaputt gemacht xD Leihwagen von der Werkstatt, weil ihr Auto immer noch nicht fertig ist (diesmal aber ein Leihwagen vom Besitzer, das „Leihauto“ von der Woche davor kam von einem Kunden, der sein Auto einfach 1 Woche lang zur Reparatur gegeben hat und von dem verleihen nix wusste xD). Das Auto hatte nen Schaden bei der Kühlung, aber das hat niemand Rabia gesagt. Wir kommen am Morgen rauchend in Woodside an, füllen Wasser nach, sind am Abend fast zuhause – es raucht extrem. Wir füllen nochmal Wasser nach, lassen das Auto abkühlen (es hat wirklich wegen der Kühlung geraucht, es war geruchsneutral). Fahren weiter, sind halb durchs Einfahrttor durch – Wagen geht aus xD Nach 5min gings aber zum Glück doch noch weiter und ganz in die Einfahrt rein^^ Die Frau hats echt nicht mit Autos, wir meinten schon, ein Dreirad oder Rollschuhe wären besser für sie xD

Dienstag hab ich mich am Morgen mal wieder auf zum Amt gemacht, aber – Überraschung! – Visa ist nicht fertig, liegt i-wo in Pretoria rum und keine Chance, dass es bis zu meiner Abreise fertig wird…ich so „Wenn ich ausreise, gilt dann die Bestätigung?“ „Keine Ahnung“ So viel zum Thema Kompetenz xD Nach ner Pizza im Eastern Food Bazar (:3) gings noch für die letzten 1-2h nach Woodside :D Diesmal hatten wir für die Musikstunde ne CD mit Kinderliedern, die wir alle lautstark mitgesungen, –getrommelt und gerasselt haben^^ Rabia hat dann am Ende noch bei zig Beamten angerufen, aber erfolglos – Ergebnis: Man könnte einen Eilantrag stellen, aber dieser Antrag hat eine Bearbeitungszeit von 3 Wochen xDD Also werd ich mit Heulen und Hilflos-Stellen versuchen, die Beamten bei meiner Ausreise zu überzeugen, mich nicht als illegale Immigrantin anzusehen^^ Für den Heimweg hatte sich Rabia dann ihr altes Motorrad organisiert (von der jetzigen Besitzerin geliehen), aber nach 100m meiner ersten Motorrad-Fahrt mussten wir abbrechen. Reitunfälle können offenbar auch zu Angst vor Motorrädern führen^^ V.a. wenn man weiß: 1. Es ist Rabia, die fährt. Rabia, die immer zu schnell fährt und auf Vollbremsungen steht. 2. Wir müssen ne zeitlang am Highway mit Tempo 70-100 fahren. Da hat mein Hirn gesagt, nein, du nimmst den Zug! Rabia ist somit das dritte Mal in ihrem Leben Zug gefahren und war so paranoid xD Sie ist das echt nicht gewohnt^^ Am Abend wurden dann aber erstmal das ganze Haus und ich geweihräuchert

Am Mittwoch gings am Morgen erstmal zum Shoppingcentre (Schuh-Einlagen für mich; dank Rabias Beratung kann ich mittlerweile fast wieder schmerzfrei laufen :D) und danach zu Rabias Zahnarzt – ihr war am Dienstag ne Füllung und ne Ecke vom Zahn abgebrochen. Während der Behandlung bin ich lecker essen gegangen – Thai-Nudeln mit Tintenfisch und Garnelen :3 Die Restaurant-Besitzerin war ne Franzosin, die vor ein paar Jahren zum Glück die SA-Staatsbürgerschaft beantragt hat, weil man da schon den Anti-Touristen-Kurs der Regierung gemerkt hat^^ Sie hat mir aber auch nochmal ein paar tolle Geschichten zum Thema Visum von Freunden erzählen können – ich sollte mal ein Buch drüber schreiben! Danach wollten wir eig noch für 2-3h nach Woodside, aber als wir an den Geschäften vorbeigefahren sind, dachte sich Rabia „Hey, ich brauch noch ein Outfit für [muslimisches Fest, dessen Namen ich nicht schreiben kann^^]!“ und los ging die Shopping-Tour. 3 Läden, 4 Outfits für Rabia und 2h später „Okay, jetzt lohnt sich Woodside auch nicht mehr, lass direkt nach Hause fahren“. Ich frag noch „Direkt oder planst du noch i-welche weiteren Stops?“ „Nein, oh Gott, das war genu – oh, lass mal schnell in den Laden hier reinschauen!“ xD Typisch Rabia^^ Aber immerhin hatte der Laden schöne Ohrringe, die Rabia mir dann sogar als Abschiedsgeschenk gekauft hat oÔ

Donnerstag stand am Morgen wieder Nägel lackieren, Haare kämmen, Make-Up machen etc. aufm Plan, diesmal wurden auch ein paar männliche Bewohner geschminkt xD Am Ende haben wir noch Kinderlieder gesungen, ich habe „Ein Loch ist im Eimer“ und „There is an old lady“ beigetragen^^ Die Hymne wurde dann auch mal wieder gesungen, diesmal allerdings in kleinerer Bestzung und dadurch leiser. Und Garreth, ein geistig noch recht fitter Bewohner, kennt mittlerweile meinen Namen :D <3 Er redet nur ständig von seinem Kind und will Briefe an die Mutter schreiben xD Er denkt auch von mehreren Heim-Kindern, dass sie seine Kinder sind, weil er sich tagsüber immer bei den Jüngeren aufhält und nicht bei den älteren Männern (nachdem er nicht gewalttätig oder unberechenbar ist, ist das auch vollkommen okay).

Freitag gabs am Vormittag wieder Unterricht, ich hab Bronwyn wieder die Namen von Bauernhoftieren beigebracht :D Hunde erkennt sie jetzt echt gut (Füchse zählen wir einfach mal zu Hunden^^) und Katzen auch (Löwen sind doch im Endeffekt auch nur „Kitties&ldquo. Puzzlen klappt auch besser, solang man die Teile für sie dreht und sie sie nurnoch an die richtige Stelle schieben muss. Am Nachmittag gabs dann Joghurt+Bananen+Äpfel, wirklich gekocht/gebacken wurde nicht. Dafrü richtig süß, eine Bewohnerin hat Kayla gefüttert, Garreth und Olivia haben sich miteinander unterhalten, das war richtig schön zu sehen!

Donnerstag und Freitag war richtige Abschiedsstimmung: Morgans letzter Tag war Donnerstag, meiner Freitag. Ich hab am Freitag richtig viele Fotos gemacht, jeden auf meiner Flagge unterschreiben lassen (die Idee fanden alle total genial und haben selber Fotos davon gemacht^^) und in das Woodside-Volunteer-Buch geschrieben (und später auch noch in Rabias Volunteers‘-Recipes-Book).

Am Abend hat mich Rabia zum Abschied zum Essen eingeladen, sie meinte, ich kann nicht gehen, ohne beim Eastern Food Bazar was anderes als Pizza gegessen zu haben. Sie hat dann auch gleich mal verschiedene Gerichte bestellt: Knoblauchbrot, gefülltest Brot, Asia-Nudeln, Butter Chicken, Curry etc. Es war RICHTIG gut, sie hat recht mit „Best Indian Foodplace in Cape Town!“ Ich hab mal wieder über Rabias rotes Hähnchen-Curry gelacht, woraufhin sie mir bei einer Rückkehr nach Südafrika grünes Hähnchen versprochen hat, ich muss ihr nur eher Bescheid sagen, damit sie das Hühnchen auch schön ordentlich grün werden lassen kann xD

Außerdem habe ich gelernt, dass die südafrikanischen Muslime aufgrund der israelischen Anschläge in Palästina (die jeden Ramadaan vorkommen :O) gerade Juden hassen, Israel boykottieren wollen (recht schwer, fast alle großen Marken/Firmen hier unterstützen Israel mit Geld) und demonstrieren oÔ Soviel zum Thema Toleranz…bloß weil Israel Palästina angreift ist das doch noch lange kein Grund, Juden generell und weltweit zu hassen :/

Und heute Morgen hieß es dann ab in die Innenstadt! Tobi kam gestern an, morgen früh geht die Reise los! :D Ich war heute noch ein bissl an der Waterfront shoppen und dann Geld wechseln bzw. hab es Tobi für mich machen lassen, ich als illegale Immigrantin darf das ja nicht -.- (selbst wenn ich dürfte, es sähe dann nach außen hin komisch aus: Erste-Welt-Bewohnerin hält sich illegal in einem Dritte-Welt-Land auf, tauscht recht viel Geld in US$ um und flieht dann aus dem Land). Heute Abend geht’s noch zum Mexikaner essen und das wars mit Kapstadt! So sehr ich die Stadt auch mag, es ist langsam Zeit zu gehen

 

Fazit Woodside: Der Wechsel hat sich total gelohnt! Nach anfänglichem Schock, wie schwer die Bewohner behindert sind, habe ich die Zeit dort total genossen! Meine Kollegen waren super nett, das multi-kulturelle Verhältnis überall war wunderbar, ich kann erstaunlich gut mit Behinderten arbeiten, was ich anfangs echt nicht dachte. Einige habe ich richtig ins Herz geschlossen und ich werde sie echt vermissen Carol, die mich jeden Morgen mit einem Schrei begrüßt hat und jedes Mal gelacht hat, wenn sie mich gesehen hat, Eugene, der sich an allem festklammert, das ihm in die Quere kommt, David, der immer zum Kuscheln und Spielen kam, Olivia, deren Lieblingsfarbe Blau ist, Garreth, der mich immer um Hilfe bittet, um einen Brief an die Mutter des Kindes zu schicken, und alle Kollegen und Volontäre! Es war eine super lehrreiche, interessante und aufregende Zeit! Auch die Zeit bei Rabia, ich habe so viel über den Islam und die indische Kultur gelernt (ja, Inder essen mit den Händen – auch Curry und Reis^^). Während dem Ramadaan bei einer muslimischen Familie leben kann ich jedem nur empfehlen Ich habe so viel fremdes Essen und Trinken (Rosen-Milkshake *-*) kennengelernt, es war so faszinierend!

Generell: Man muss alles ausprobieren, erst dann kann man einschätzen, ob man es kann/mag oder nicht!

Ebenso war Woodside eine recht gute Station auf dem Weg der „Rückanpassung an deutsche Lebensverhältnisse“^^ Eine echte Dusche, ein richtig breites Bett, Kühlschrank+Küche, Familienleben und Zivilisation – wäre ich gleich aus Steinthal nach Deutschland zurückgekehrt, ich hätte den Kulturschock meines Lebens bekommen und wäre so überfordert gewesen! Jetzt vermiss ich nurnoch MEINE Familie/Freunde, deutsches Essen und Heizungen^^

12.7.14 18:57
 
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